Wir l(i)eben Bunt! (Leitantrag)

Positionierungen
der Sozialistischen Jugend Deutschlands – Die Falken LV Hessen
Wir l(i)eben bunt!
Benjamin Wagner, Leitantrag zur Bezirkskonferenz 2011 der SJD – Die Falken Hessen-Süd.

Analyse und Bedeutung des gemeinsamen Jahresthemas für den Verband  
„Gegen Menschenfeindlichkeit – für eine bunte Gesellschaft“, das ist unser  bezirksübergreifen-des, ringgemeinsames Jahresthema für das Falkenjahr 2011. Das letzte Jahr hat gezeigt, dass menschenfeindliche Tendenzen leider wieder aktuellen Anlass erlangt haben.
Ein in Europa zunehmend wahrgenommener „Rechtsrutsch“ vieler Regierungen trägt dazu bei. Ob das Geert Wilders mit seiner neu gegründeten rechtspopulistischen Partei, die beachtliche Wahlerfolge in den letzten Monaten erzielt hat, ist, der sogar öffentlich und in Parteiprogram-men die Abschaffung des Korans fordert oder eine ungarische Regierung, die zum Jahreswech-sel ein Gesetz beschlossen hat, dass zur Zensur der Medien dient. Generell sind die Regie-rungswechsel der letzten Jahre in Europa zugunsten von konservativen, ja sogar Parteien am rechten Rand, verlaufen.
Aber nicht nur innerhalb von nationalen Regierungen ist die Rechtsverschiebung zu merken, auch die Gesellschaft verschiebt sich mit ihrer öffentlichen Wahrnehmung an den rechten Rand. In der Schweiz herrscht nach einer Volksabstimmung ein Minarettenverbot, das heißt einer schon lange im Land lebenden Bevölkerungsgruppe wird das Recht auf die freie Religionsaus-übung verwehrt. Ein klarer Einschnitt der menschlichen Grundrechte. In Deutschland ist die auf-kommende „Integrationsdebatte“ nach der Veröffentlichung des Buches „Deutschland schafft sich ab“ von Thilo Sarrazin nur ein Beispiel. Ein Buch, das sich mit zum Teil rassistischen Äuße-rungen mit dem Leben von Ausländern in Deutschland beschäftigt und als klares Feindbild nicht nur Muslime, sondern auch finanziell (sozial) Schwache besitzt. Durch Thilo Sarrazin ist keine neue Integrationsdebatte ausgelöst worden, sie wurde aber in den Mittelpunkt gerückt und wird seit dem anderes wahrgenommen, ja vielleicht sogar anderes diskutiert. Auf einmal kommen Meinungen in der Gesellschaft zu Tage, die früher zu Recht ein Tabu waren. Platte „Stamm-tischparolen“ schaffen es in die Öffentlichkeit und werden nach dem Motto „Das wird man doch wohl noch mal sagen dürfen“ behandelt. Diese unreflektierten und rechtspopulistischen Äuße-rungen sind in allen Bevölkerungsschichten zu finden. In der aufgewühlt diskutierten „Integrati-onsdebatte“ geht es darum, wie gut sich AusländerInnen anpassen oder nicht. Wir sind für ein aufeinander zugehen von beiden Seiten, so kann gemeinsam etwas Neues entstehen, nicht eine Minderheit wird gezwungen sich anzupassen, das ist Inklusion. Das sind klassische Falkenthe-men, die trauriger Weise immense Aktualität erlangt haben.
Kinder und Jugendliche sind von dieser gesellschaftlichen Entwicklung besonders betroffen. Nahezu jedes Kind hat in seinem Leben mit irgendeiner Form der Diskriminierung zu tun oder zu kämpfen. Mobbing zum Beispiel auf Grund der Herkunft ist nicht umsonst ein immer wieder auf-keimendes Thema, wenn es um den Schulalltag geht. Auch Kinder und Jugendliche aus ein-kommensschwachen oder sozialhilfeempfangenden Familien sind davon betroffen. Ein Mangel an materiellen Mitteln verhindert die Möglichkeiten sozialer Teilhabe, eine besonders ein-schneidende Form der Ausgrenzung.
Kindern und Jugendlichen fällt es oft schwer sich wirkungsvoll dagegen zu wehren, ja an vielen Stellen ist es sogar unmöglich für die entsprechenden Altersgruppen. Deshalb ist es für uns als politischer Kinder- und Jugendverband besonders wichtig sie zu unterstützen, ihnen auf unseren Maßnahmen und Freizeiten eine Gegenwelterfahrung zu ermöglichen und in unseren Gruppen-stunden mit helfender Hand und beratend zur Seite zu stehen. Es ist wichtig, Kindern und Ju-gendlichen eine Alternative aufzuzeigen. Eine Lebensform, wie in unseren sozialistischen Zelt-lagern, in der man jedem mit Offenheit, Toleranz und Respekt begegnet. In der alle von den je-weils anderen lernen und somit profitieren können.
Zudem werden Kinder und Jugendliche häufig in vorurteilsbehafteten Denkmustern, die sich 82 Sarrazin und Wilders auch zu Nutze machen, geprägt. Sie sind in ihrem Alltag täglich von diesen Denkmustern umgeben, wachsen mit ihnen auf. Schnell wird Kindern und Jugendlichen in der heutigen Zeit der Eindruck vermittelt, diese Denkmuster verinnerlichen zu müssen, um im Le-ben erfolgreich vorankommen zu können.
Das gilt es zu durchbrechen! - Mit Hilfe eines Jahresthemas, das ganz klar Stellung gegen Men-schenfeindlichkeit mit allen seinen Facetten bezieht! Denn gemeinsam können wir es schaffen, Kindern und Jugendlichen Vorbildfunktionen zu sein, um mit ihnen gemeinsam eine neue Welt mit anderen Gesellschaftsformen zu entwerfen.
In unserem Verband organisieren wir Vielfalt! - und versuchen Inklusion zu verwirklichen. Darum ist es der Sozialistischen Jugend Deutschlands – Die Falken besonders wichtig gegen Menschen-feindlichkeit klare Stellungen zu beziehen und unsere Forderungen nach einer bunten Gesell-schaft und einem solidarischen Miteinander auch weiterhin laut nach außen zu tragen.
„Die Gruppe macht`s!“
Als politische Organisation wollen wir mehr Menschen für unseren Verband begeistern. Denn mehr Menschen, die sich der Sozialistischen Jugend verbunden fühlen, bedeuten mehr Falken, mehr Falken – mehr Spaß!
Wir wollen in unserem Verband den Fokus wieder vermehrt auf Gruppenarbeit richten. Gruppen sind die Basis unserer Arbeit, Gruppe bedeutet Engagement und Falken vor Ort.
Kinder und Jugendliche wachsen in einer Gesellschaftsform auf, in der sie immer weniger Zeit für ihre eigenen Interessen und Bedürfnisse finden. Es werden immer mehr Leistungen und messbare „Erfolge“ gefordert. Kurt Löwensteins Aussage „Die Schule dient dem Zweck Kinder und Jugendliche als Individuen auf ihre „Aufgabe“ in der Gesellschaft vorzubereiten“ besitzt heute noch Gültigkeit. So bekommen sie selten die Möglichkeiten, selbst zu bestimmen und entwickeln zu können. Die vorherrschende Meinung, sie müssten auf den schnellsten Wegen einen Abschluss erlangen, ohne wertvolle Zeit zu verlieren, setzt Kinder und Jugendliche unter einen kaum zu bewältigenden Erwartungsdruck. Dabei verlieren sie durch Maßnahmen wie G8 und die Umstellung auf Bachelor-Studiengänge an den Hochschulen Zeit für sich selbst, wo sie am wichtigsten wäre! Nämlich um eine kritische Persönlichkeit entwickeln zu können, die Bil-dung sozialer Fähigkeiten und Kompetenzen für ein solidarisches und gerechtes Miteinander und die Demokratiefähigkeit.
Ist bei dem Stress und Zeitmangel, den Kinder und Jugendliche in der heutigen Zeit schon 118 haben, unser Verständnis von Gruppenarbeit überhaupt noch zeitgerecht und aktuell?
Ja, denn Gruppe bei den Falken ist ein Freiraum ohne Zweckbindung. Hier ist Zeit für die wirkli-chen Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen. Studien zeigen zwar, dass sie sich immer we-niger fest an Verbände, Vereine und Organisationen binden, aber auch, dass sie nach Räumen suchen, in denen sie sie Möglichkeiten sehen, ihr Vorstellungen direkt umzusetzen, ernst ge-nommen zu werden und interessante Leute kennen lernen. In der Gruppe entstehen echte Freundschaften und ein Erfahrungsaustausch, ein selbstbestimmter Freiraum, ohne ver-pflichtendes Programm. Auch kommen sie in Situationen, in denen sie Meinungsverschieden-heiten aushalten, Konflikte lösen und Umgangsformen mit ihnen finden müssen, Grundvoraus-setzung für gemeinsames Zusammenleben auf Augenhöhe.
Gruppen befähigen junge Menschen zur Selbstorganisation, ein wichtiger Baustein der Falken. Unser Ziel ist es Kinder und Jugendliche zu unterstützen, ihnen Möglichkeiten zu geben für ihre Interessen und Ziele zu kämpfen. Sich freie Meinungen zu bilden und diese nach außen zu ver-treten. Sie erlangen durch Selbstorganisation einen Erfahrungsschatz, der sie in ihrem weiteren Leben in den unterschiedlichsten Abschnitten bereichern wird. Es ist die grundlegende Basis, um Dinge verändern zu können. Durch diese Erfahrungen können junge Menschen ihr Selbstbe-wusstsein stärken, das ist grundlegend für eigenständiges, freies und solidarisches Zusammen-leben. In der Falkengruppe können Kinder und Jugendliche Demokratie leben und erfahren. Sie haben früh die Möglichkeit, sich mit dieser Form des menschlichen Zusammenlebens auseinan-derzusetzen. Die Freiheiten, Mitbestimmungsmöglichkeiten, aber auch Pflichten früh im Leben zu erfahren.
GruppenteilnehmerInnen werden im Verband sozialisiert und bleiben lange aktiv. Auch Grup-penhelferInnen bietet Gruppe viele Gestaltungsräume. GruppenhelferInnen, die ihrer Gruppe ein gewünschtes Thema, das sie interessiert, nahebringen wollen, müssen sich mit diesem auf mehreren Ebenen auseinandersetzen. Nicht nur die Methode will gut ausgewählt sein, auch mit dem Inhalt muss man sich beschäftigt haben. Das macht uns als außerschulischen Bildungsver-band stark.
Sich über seine eigenen Gefühle und sein Wissen bewusst zu werden, funktioniert nur in der Gemeinschaft, im Austausch mit anderen. Gruppe stillt die Bedürfnisse nach Anerkennung, Si-cherheit und Zugehörigkeit der Kinder und Jugendlichen.
Um potenzielle GruppenteilnehmerInnen und -helferInnen vom Spaß und den Sinn von Gruppe zu überzeugen, braucht es eine Methode, die das Jahresthema begleitet und wirkungsvoll zum Erscheinen bringt. Funktionieren soll das mit Medienarbeit zu unserem Jahresthema „Gegen Menschenfeindlichkeit – für eine bunte Gesellschaft!“ Medienarbeit mit Kindern und Jugendli-chen bietet die Chance, durch Auseinandersetzung mit den unterschiedlichsten Medien techni-sche, gestalterische und soziale Kompetenzen zu fördern und den kritischen Blick auf Medien und ihre Wirkungsweisen zu schulen. Vorstellbare wäre zum Beispiel ein Film, für dessen ein-zelne Teile verschiedene Gruppenstunden verantwortlich sind. So reist der Film durch die Glie-derung, beinhaltet viele verschiedene Eindrücke und bietet eine Form der Vernetzung. Der Film kann ohne großen Aufwand für die Öffentlichkeitsarbeit benutzt werden.
Über ein weit reichendes Verbandsnetz sind viele Menschen für den Verband zu begeistern und die Öffentlichkeit zu erreichen. Auch schon bestehende Gruppen sollen sehr stark in das Projekt eingebunden werden. Es geht darum die Gruppen miteinander zu vernetzen und inhaltlich zu verbinden. So finden auch neu entstehende Gruppen schnell Anschluss an den Verband. Damit Gruppen vor Ort entstehen und aufgebaut werden können, bedarf es starker Ortsverbände! Es geht also innerhalb des Projektes um die Weiterentwicklung aktueller Strukturen in der Gliede-rung Hessen-Süd. Die Stärkung der Ortsverbände, der Kommunikation zwischen Ortsverbänden, dem Unterbezirk Frankfurt und dem Bezirk selber. Auch die Büros sollen feste Ansprechpartner für HelferInnen und Funktionäre vor Ort werden.
Unser Bildungsprogramm denkt deshalb das Projekt mit. Jede Maßnahme, jede Veranstaltung ist ein Stück weit auf das Thema Gruppe ausgerichtet. Es soll immer mitgedacht werden, Gruppen-helferInnen etwas für die Arbeit vor Ort mitzugeben, den Vernetzungsgedanken weiterzuentwi-ckeln und die Ortsverbände zu stärken. Einzelne Seminare und Tagesveranstaltungen sollen an der Juleicaschulung der letzten Jahre anschließen und GruppenhelferInnenausbildung und -fortbildung in den Mittelpunkt rücken.
Junge Menschen von den vielseitigen Engagementmöglichkeiten in unserem Verband zu über-zeugen, sie zu unterstützen und zu begleiten, sie von der Sozialistische Jugend zu überzeugen, das schreibt sich der Bezirksvorstand auf seine Fahne.

Positionierungen
der Sozialistischen Jugend Deutschlands – Die Falken LV Hessen
Wir l(i)eben bunt!
Benjamin Wagner, Leitantrag zur Bezirkskonferenz 2011 der SJD – Die Falken Hessen-Süd.

Analyse und Bedeutung des gemeinsamen Jahresthemas für den Verband  
„Gegen Menschenfeindlichkeit – für eine bunte Gesellschaft“, das ist unser  bezirksübergreifen-des, ringgemeinsames Jahresthema für das Falkenjahr 2011. Das letzte Jahr hat gezeigt, dass menschenfeindliche Tendenzen leider wieder aktuellen Anlass erlangt haben.
Ein in Europa zunehmend wahrgenommener „Rechtsrutsch“ vieler Regierungen trägt dazu bei. Ob das Geert Wilders mit seiner neu gegründeten rechtspopulistischen Partei, die beachtliche Wahlerfolge in den letzten Monaten erzielt hat, ist, der sogar öffentlich und in Parteiprogram-men die Abschaffung des Korans fordert oder eine ungarische Regierung, die zum Jahreswech-sel ein Gesetz beschlossen hat, dass zur Zensur der Medien dient. Generell sind die Regie-rungswechsel der letzten Jahre in Europa zugunsten von konservativen, ja sogar Parteien am rechten Rand, verlaufen.
Aber nicht nur innerhalb von nationalen Regierungen ist die Rechtsverschiebung zu merken, auch die Gesellschaft verschiebt sich mit ihrer öffentlichen Wahrnehmung an den rechten Rand. In der Schweiz herrscht nach einer Volksabstimmung ein Minarettenverbot, das heißt einer schon lange im Land lebenden Bevölkerungsgruppe wird das Recht auf die freie Religionsaus-übung verwehrt. Ein klarer Einschnitt der menschlichen Grundrechte. In Deutschland ist die auf-kommende „Integrationsdebatte“ nach der Veröffentlichung des Buches „Deutschland schafft sich ab“ von Thilo Sarrazin nur ein Beispiel. Ein Buch, das sich mit zum Teil rassistischen Äuße-rungen mit dem Leben von Ausländern in Deutschland beschäftigt und als klares Feindbild nicht nur Muslime, sondern auch finanziell (sozial) Schwache besitzt. Durch Thilo Sarrazin ist keine neue Integrationsdebatte ausgelöst worden, sie wurde aber in den Mittelpunkt gerückt und wird seit dem anderes wahrgenommen, ja vielleicht sogar anderes diskutiert. Auf einmal kommen Meinungen in der Gesellschaft zu Tage, die früher zu Recht ein Tabu waren. Platte „Stamm-tischparolen“ schaffen es in die Öffentlichkeit und werden nach dem Motto „Das wird man doch wohl noch mal sagen dürfen“ behandelt. Diese unreflektierten und rechtspopulistischen Äuße-rungen sind in allen Bevölkerungsschichten zu finden. In der aufgewühlt diskutierten „Integrati-onsdebatte“ geht es darum, wie gut sich AusländerInnen anpassen oder nicht. Wir sind für ein aufeinander zugehen von beiden Seiten, so kann gemeinsam etwas Neues entstehen, nicht eine Minderheit wird gezwungen sich anzupassen, das ist Inklusion. Das sind klassische Falkenthe-men, die trauriger Weise immense Aktualität erlangt haben.
Kinder und Jugendliche sind von dieser gesellschaftlichen Entwicklung besonders betroffen. Nahezu jedes Kind hat in seinem Leben mit irgendeiner Form der Diskriminierung zu tun oder zu kämpfen. Mobbing zum Beispiel auf Grund der Herkunft ist nicht umsonst ein immer wieder auf-keimendes Thema, wenn es um den Schulalltag geht. Auch Kinder und Jugendliche aus ein-kommensschwachen oder sozialhilfeempfangenden Familien sind davon betroffen. Ein Mangel an materiellen Mitteln verhindert die Möglichkeiten sozialer Teilhabe, eine besonders ein-schneidende Form der Ausgrenzung.
Kindern und Jugendlichen fällt es oft schwer sich wirkungsvoll dagegen zu wehren, ja an vielen Stellen ist es sogar unmöglich für die entsprechenden Altersgruppen. Deshalb ist es für uns als politischer Kinder- und Jugendverband besonders wichtig sie zu unterstützen, ihnen auf unseren Maßnahmen und Freizeiten eine Gegenwelterfahrung zu ermöglichen und in unseren Gruppen-stunden mit helfender Hand und beratend zur Seite zu stehen. Es ist wichtig, Kindern und Ju-gendlichen eine Alternative aufzuzeigen. Eine Lebensform, wie in unseren sozialistischen Zelt-lagern, in der man jedem mit Offenheit, Toleranz und Respekt begegnet. In der alle von den je-weils anderen lernen und somit profitieren können.
Zudem werden Kinder und Jugendliche häufig in vorurteilsbehafteten Denkmustern, die sich 82 Sarrazin und Wilders auch zu Nutze machen, geprägt. Sie sind in ihrem Alltag täglich von diesen Denkmustern umgeben, wachsen mit ihnen auf. Schnell wird Kindern und Jugendlichen in der heutigen Zeit der Eindruck vermittelt, diese Denkmuster verinnerlichen zu müssen, um im Le-ben erfolgreich vorankommen zu können.
Das gilt es zu durchbrechen! - Mit Hilfe eines Jahresthemas, das ganz klar Stellung gegen Men-schenfeindlichkeit mit allen seinen Facetten bezieht! Denn gemeinsam können wir es schaffen, Kindern und Jugendlichen Vorbildfunktionen zu sein, um mit ihnen gemeinsam eine neue Welt mit anderen Gesellschaftsformen zu entwerfen.
In unserem Verband organisieren wir Vielfalt! - und versuchen Inklusion zu verwirklichen. Darum ist es der Sozialistischen Jugend Deutschlands – Die Falken besonders wichtig gegen Menschen-feindlichkeit klare Stellungen zu beziehen und unsere Forderungen nach einer bunten Gesell-schaft und einem solidarischen Miteinander auch weiterhin laut nach außen zu tragen.
„Die Gruppe macht`s!“
Als politische Organisation wollen wir mehr Menschen für unseren Verband begeistern. Denn mehr Menschen, die sich der Sozialistischen Jugend verbunden fühlen, bedeuten mehr Falken, mehr Falken – mehr Spaß!
Wir wollen in unserem Verband den Fokus wieder vermehrt auf Gruppenarbeit richten. Gruppen sind die Basis unserer Arbeit, Gruppe bedeutet Engagement und Falken vor Ort.
Kinder und Jugendliche wachsen in einer Gesellschaftsform auf, in der sie immer weniger Zeit für ihre eigenen Interessen und Bedürfnisse finden. Es werden immer mehr Leistungen und messbare „Erfolge“ gefordert. Kurt Löwensteins Aussage „Die Schule dient dem Zweck Kinder und Jugendliche als Individuen auf ihre „Aufgabe“ in der Gesellschaft vorzubereiten“ besitzt heute noch Gültigkeit. So bekommen sie selten die Möglichkeiten, selbst zu bestimmen und entwickeln zu können. Die vorherrschende Meinung, sie müssten auf den schnellsten Wegen einen Abschluss erlangen, ohne wertvolle Zeit zu verlieren, setzt Kinder und Jugendliche unter einen kaum zu bewältigenden Erwartungsdruck. Dabei verlieren sie durch Maßnahmen wie G8 und die Umstellung auf Bachelor-Studiengänge an den Hochschulen Zeit für sich selbst, wo sie am wichtigsten wäre! Nämlich um eine kritische Persönlichkeit entwickeln zu können, die Bil-dung sozialer Fähigkeiten und Kompetenzen für ein solidarisches und gerechtes Miteinander und die Demokratiefähigkeit.
Ist bei dem Stress und Zeitmangel, den Kinder und Jugendliche in der heutigen Zeit schon 118 haben, unser Verständnis von Gruppenarbeit überhaupt noch zeitgerecht und aktuell?
Ja, denn Gruppe bei den Falken ist ein Freiraum ohne Zweckbindung. Hier ist Zeit für die wirkli-chen Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen. Studien zeigen zwar, dass sie sich immer we-niger fest an Verbände, Vereine und Organisationen binden, aber auch, dass sie nach Räumen suchen, in denen sie sie Möglichkeiten sehen, ihr Vorstellungen direkt umzusetzen, ernst ge-nommen zu werden und interessante Leute kennen lernen. In der Gruppe entstehen echte Freundschaften und ein Erfahrungsaustausch, ein selbstbestimmter Freiraum, ohne ver-pflichtendes Programm. Auch kommen sie in Situationen, in denen sie Meinungsverschieden-heiten aushalten, Konflikte lösen und Umgangsformen mit ihnen finden müssen, Grundvoraus-setzung für gemeinsames Zusammenleben auf Augenhöhe.
Gruppen befähigen junge Menschen zur Selbstorganisation, ein wichtiger Baustein der Falken. Unser Ziel ist es Kinder und Jugendliche zu unterstützen, ihnen Möglichkeiten zu geben für ihre Interessen und Ziele zu kämpfen. Sich freie Meinungen zu bilden und diese nach außen zu ver-treten. Sie erlangen durch Selbstorganisation einen Erfahrungsschatz, der sie in ihrem weiteren Leben in den unterschiedlichsten Abschnitten bereichern wird. Es ist die grundlegende Basis, um Dinge verändern zu können. Durch diese Erfahrungen können junge Menschen ihr Selbstbe-wusstsein stärken, das ist grundlegend für eigenständiges, freies und solidarisches Zusammen-leben. In der Falkengruppe können Kinder und Jugendliche Demokratie leben und erfahren. Sie haben früh die Möglichkeit, sich mit dieser Form des menschlichen Zusammenlebens auseinan-derzusetzen. Die Freiheiten, Mitbestimmungsmöglichkeiten, aber auch Pflichten früh im Leben zu erfahren.
GruppenteilnehmerInnen werden im Verband sozialisiert und bleiben lange aktiv. Auch Grup-penhelferInnen bietet Gruppe viele Gestaltungsräume. GruppenhelferInnen, die ihrer Gruppe ein gewünschtes Thema, das sie interessiert, nahebringen wollen, müssen sich mit diesem auf mehreren Ebenen auseinandersetzen. Nicht nur die Methode will gut ausgewählt sein, auch mit dem Inhalt muss man sich beschäftigt haben. Das macht uns als außerschulischen Bildungsver-band stark.
Sich über seine eigenen Gefühle und sein Wissen bewusst zu werden, funktioniert nur in der Gemeinschaft, im Austausch mit anderen. Gruppe stillt die Bedürfnisse nach Anerkennung, Si-cherheit und Zugehörigkeit der Kinder und Jugendlichen.
Um potenzielle GruppenteilnehmerInnen und -helferInnen vom Spaß und den Sinn von Gruppe zu überzeugen, braucht es eine Methode, die das Jahresthema begleitet und wirkungsvoll zum Erscheinen bringt. Funktionieren soll das mit Medienarbeit zu unserem Jahresthema „Gegen Menschenfeindlichkeit – für eine bunte Gesellschaft!“ Medienarbeit mit Kindern und Jugendli-chen bietet die Chance, durch Auseinandersetzung mit den unterschiedlichsten Medien techni-sche, gestalterische und soziale Kompetenzen zu fördern und den kritischen Blick auf Medien und ihre Wirkungsweisen zu schulen. Vorstellbare wäre zum Beispiel ein Film, für dessen ein-zelne Teile verschiedene Gruppenstunden verantwortlich sind. So reist der Film durch die Glie-derung, beinhaltet viele verschiedene Eindrücke und bietet eine Form der Vernetzung. Der Film kann ohne großen Aufwand für die Öffentlichkeitsarbeit benutzt werden.
Über ein weit reichendes Verbandsnetz sind viele Menschen für den Verband zu begeistern und die Öffentlichkeit zu erreichen. Auch schon bestehende Gruppen sollen sehr stark in das Projekt eingebunden werden. Es geht darum die Gruppen miteinander zu vernetzen und inhaltlich zu verbinden. So finden auch neu entstehende Gruppen schnell Anschluss an den Verband. Damit Gruppen vor Ort entstehen und aufgebaut werden können, bedarf es starker Ortsverbände! Es geht also innerhalb des Projektes um die Weiterentwicklung aktueller Strukturen in der Gliede-rung Hessen-Süd. Die Stärkung der Ortsverbände, der Kommunikation zwischen Ortsverbänden, dem Unterbezirk Frankfurt und dem Bezirk selber. Auch die Büros sollen feste Ansprechpartner für HelferInnen und Funktionäre vor Ort werden.
Unser Bildungsprogramm denkt deshalb das Projekt mit. Jede Maßnahme, jede Veranstaltung ist ein Stück weit auf das Thema Gruppe ausgerichtet. Es soll immer mitgedacht werden, Gruppen-helferInnen etwas für die Arbeit vor Ort mitzugeben, den Vernetzungsgedanken weiterzuentwi-ckeln und die Ortsverbände zu stärken. Einzelne Seminare und Tagesveranstaltungen sollen an der Juleicaschulung der letzten Jahre anschließen und GruppenhelferInnenausbildung und -fortbildung in den Mittelpunkt rücken.
Junge Menschen von den vielseitigen Engagementmöglichkeiten in unserem Verband zu über-zeugen, sie zu unterstützen und zu begleiten, sie von der Sozialistische Jugend zu überzeugen, das schreibt sich der Bezirksvorstand auf seine Fahne.