Bildungskwerstatt Kassel

27. – 30. Oktober 2016
Haus der Jugend (Mühlengasse 1, 34125 Kassel)

Viele Entwicklungen, die unserere Gesellschaft in den letzten Jahren durchgemacht hat, haben handfeste Auswirkungen auf unser Leben. Egal ob es um die wirtschaftspolitische Lage, Sozialreformen oder die Flüchtlingspolitik geht, häufig kommen uns Zweifel, ob die Entscheidungen wirklich im Interesse der Betroffenen getroffen werden. Und immer öfter kollidieren diese Reformen mit grundsätzlichen Gerechtigkeitsvorstellungen.

Doch trotzdem ist es offensichtlich, dass diese Veränderungen „nicht vom Himmel gefallen“ sind. Sie sind vielmehr Ergebnis von politischen und wirtschaftlichen Prozessen innerhalb der modernen, demokratischen Gesellschaft. Kurzum: Sie sind die Folge politischen Willens und menschlichen Handelns und deshalb grundsätzlich und prinzipiell veränderbar.

Dafür allerdings brauchen wir ein grundsätzliches Verständnis der Strukturen und Abläufe der Gesellschaft, in der wir leben und Ideen dafür, wie die Welt anders, sprich besser aussehen könnte. Deshalb möchten wir gemeinsam herausfinden, „wo genau der Schuh drückt“. Darum gibt es unsere Bildungswerkstatt! Hier arbeiten wir uns mit anderen in verschiedene gesellschaftliche Herausforderungen ein. Es geht darum rauszubekommen, warum bei all den Veränderungen unsere Gesellschaft nicht gerechter und bunter wird.

Und: Was können wir tun, damit es besser wird? Wir nehmen dabei nicht nur mögliche Lösungen in den Blick, die uns immer wieder angepriesen werden. Denn: Braucht es lediglich ein paar kleinere Reparaturen? Oder müssen wir etwas ganz Neues bauen und wie könnte dieses „Neue“ eigentlich aussehen?

Wir legen die „Welt“ auf die Werkbank und inspizieren sie gemeinsam! Dafür haben wir drei große Bereiche ausgewählt, bei denen wir gerade besonderen Diskussions- und Handlungsbedarf sehen.

Ökonomie:
Für die Frage, was wir im Leben erreichen können, sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen von zentraler Bedeutung. Aber wodurch genau zeichnet sich unser Wirtschaftssystem eigentlich aus? Was bedeutet es, dass es als „normal“ gilt, tagtäglich zu arbeiten? Und wie kommt es, dass wir immer mehr und länger arbeiten sollen, obwohl die technischen Möglichkeiten doch immer besser werden? Und was ist überhaupt dieses Kapital, dem der Kapitalismus seinen Namen verdankt? Welche Trends sind es, die in der kapitalistischen Ökonomie gerade bestimmend sind? Wo kommen sie her und welche Folgen haben sie gesellschaftlich und für jede_n Einzelne_n? Und wie könnten Alternativen zu einer kapitalistischen Organisation der Wirtschaft aussehen?

Demokratie:
Demokratie meint unsere Möglichkeit, Entscheidungen der Gesellschaft beeinflussen und auf deren Ressourcen zugreifen zu können. Aber wann ist das der Fall – und wann nicht? Wie kann es sein, dass Entscheidungen, die von demokratsch gewählten Politiker_innen getroffen wurden, bei vielen Menschen den Eindruck hinterlassen: „Die Politik hat nichts mehr mit mir und meinem Leben zu tun!“? Inwieweit können wir an politischen Prozessen teilhaben? Wie ist es um unsere Mitbestimmung im Betrieb oder in der Schule bestellt? Und was sollen wir davon halten, wenn rechtspopulistische Parteien mehr und wirkliche Demokratie einfordern? Wenn Demokratie für uns ein wichtiger Teil dieser Gesellschaft ist, was bedeutet das für andere Gesellschaftsmodelle?

Diskriminierung:
Für eine plurale, demokratische Gesellschaft ist es wichtig, dass Menschen an deren Gestaltung teilnehmen können und nicht von gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen werden. Wir können nur dann Teil einer freien Gesellschaft sein, wenn alle anderen das auch sind. Und doch werden Menschen benachteiligt und ausgrenzt. Wir wollen über verschiedene Diskriminierungsformen reden und uns ansehen, wie ausgrenzende und diskriminierende Politik organisiert ist und sich auswirkt. Mit der Neuen Rechten und der AfD sind neue Player auf der Bildfläche erschienen, die rassistische Hetze kanalisieren und verstärken. Und auch Probleme wie Sexismus, Homophobie, Antisemitismus haben sich zwar gewandelt, sie sind aber weiter aktuell und schränken auch heute noch Menschen in ihrern Lebensweisen ein.

Die Bildungswerkstatt geht von Donnerstag nachmittag bis Sonntag nachmittag. Ihr könnt euch auf ein langes Wochenende mit Workshops und Vorträgen freuen, die für Einsteiger*innen ebenso spannend sind wie für solche, die sich bereits mit den Themen auseinandergesetzt haben. Es wird Platz für gesellige Diskussionsrunden, entspanntes Kaffeetrinken und spannende Gespräche mit neuen und alten Freund_innen geben. Ihr könnt außerdem Materialien für die nächste Demo basteln, Gemälde für graue Betonwände vorbereiten oder beim Origami-Tiere-Falten von den politischen Diskussionen ein wenig ausspannen. In einem Café ist gemütliches Abchillen angesagt und ihr könnte euch an einem Brunch stärken. Abends könnt ihr beim Zubereiten einer warmen Mahlzeit helfen oder diese einfach nur genießen. Die Veranstaltungen können auch einzeln besucht werden.

Wer kann mitmachen?
Grundsätzlich sind alle interessierten Menschen willkommen: Egal ob du eine Ausbildung machst, arbeitest, studierst, Schüler_in bist oder arbeitslos!

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtspopulistischen oder -radikalen Parteien, Organisationen, Szene angehören oder in der Vergangenheit durch menschenverachtende Äußerungen sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Wie kann ich teilnahmen?
Komm einfach vorbei. Damit wir besser planen können, z.B. Essen und Getränke, schicke uns vorher eine kurze Email an nordhessenatfalken-hessen [dot] de?subject=Teilnahme%20Bildungswerkstatt&body=Hallo!%0AIch%20m%C3%B6chte%20an%20der%20Bildungswerkstatt%20teilnehmen.">nordhessenatfalken-hessen [dot] de Hier kannst du auch eventuelle Lebensmitteunverträglichkeiten an die Küche weitergeben. Für vegetarische Kost ist gesorgt!

Die Teilnahme ist kostenlos.