Positionierung zur "Demo für alle"

In Hessen wurde ein von einer demokratischen Mehrheit getragener Lehrplan veröffentlicht. Dieser stellt in unseren Augen einen großen Schritt zur Darstellung vielfältiger Lebensentwürfe und damit zu einer demokratischen Gesellschaft dar. Die „besorgte Elternschaft“ und viele kleine Gruppen sowie mittlerweile auch die AfD versuchen mit Unwissenheit und Angst für den 30. Oktober zu einer sogenannten „Demo für alle“ zu mobilisieren.

Dabei sprechen sie von einer „Frühsexualisierung“ von Kindern und dem „Missbrauch von Kinderseelen“ und ähnlich absurden aber systematischen Phantasien.  Es geht nicht nur darum, den Lehrplan öffentlich zu diskreditieren. Die Argumentationsmuster und auch die „Demo für alle“ verfolgen das Ziel gesellschaftliche Vielfalt als Gefahr darzustellen. Das passt in die homophoben und rassistischen allgemeinen Denkmuster dieser Gruppen.

Als politischer sowie pädagogischer Kinder- und Jugendverband halten wir diese Denkweise in mehrerlei Hinsicht für gefährlich und schlichtweg falsch. Sexualpädagogische Bildungsarbeit und die Darstellung der gesellschaftlichen Vielfalt von Lebensentwürfen führen dazu, dass junge Menschen die Möglichkeit erhalten ihre Identität entsprechend ihrer Bedürfnisse und ihres Stands zu entwickeln. Dadurch lernen sie ihre Grenzen kennen und artikulieren. Der neue Bildungsplan entspricht somit nicht nur den Anforderungen einer vielfältigen Gesellschaft, sondern leistet darüber hinaus einen Beitrag zu Prävention von Grenzüberschreitungen und sexualisierter Gewalt.

Die „Demo für alle“ ist keine Demonstration für alle, sondern für die, die mit ihrem rechtgesinnten Gedankengut die Gesellschaft spalten wollen. Wir halten die „Demo für alle“ daher nicht nur für falsch, sondern lassen sie uns auch nicht gefallen und rufen gemeinsam mit vielen anderen Bündnispartnern zu Gegenprotesten am 30. Oktober in Wiesbaden auf.

Wir gehen gegen Homophobie und Rassismus auf die Straße, denn wir halten den neuen Lehrplan für einen wichtigen Schritt zu einer aufgeklärten Welt und schon für längst überfällig. Keinen Fußbreit den Faschisten!