24. November 2017 Uhr (Ganztägig) bis 26. November 2017 Uhr (Ganztägig)

Bildungswerkstatt 2.0 in Kassel

Auch in diesem Jahr wollen wir uns wieder drei Tage zusammenhocken und die Köpfe rauchen lassen, einfach nur abhängen und ein gemeinsames, erkenntnisreiches Wochenende miteinander verbringen. Dabei soll der Fokus darin liegen, sich gemeinsam ein Verständnis einer immer komplexer werdenden Gesellschaft anzunähern und diese kritisch zu hinterfragen. Vom 24-26.11 findet daher die Bildungswerkstatt der Falken Kassel statt. Wir sehen uns hierbei in der Tradition von Arbeiterbildungsvereinen, der Frauenbewegung und Teilen der 68er. Was meinen wir damit? Bildung, beziehungsweise das, was als solche gelabelt wird, hat in der heutigen Zeit und für viele Bevölkerungsgruppen schon seit langer Zeit die Funktion, Menschen für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren, ob in der Schule, in der Ausbildung oder der Universität. Wir sind davon überzeugt, dass es mehr als notwendig ist, über diesen vorgegebenen Tellerrand zu schauen, um eine Welt zu verstehen, in der doch so einiges falsch läuft.

Wir wollen uns die Frage stellen ob es vielleicht doch eine richtigere Praxis im Falschen gibt.


Nach jetziger Planung finden folgende Workshops statt:

1. Erziehung/Selbstbildung zur Utopiefähigkeit

Workshop mit Dr. Alexander Neupert-Doppler

Viele Menschen können sich heute eher ein Ende der Welt als ein Ende des Kapitalismus vorstellen. Erziehung in Kindergarten und Schule zielt zumeist auf die Anpassung in die bestehende Gesellschaft, kritische Bildung findet auch an Berufsschulen und Universitäten immer weniger statt. Um so wichtiger für eine emanzipatorische Linke, sich über Konzepte einer "Gegenerziehung" (Marcuse) und "Utopiekompetenz" (Negt) auszutauschen. Wie können Erziehung/Selbstbildung utopisches Denken, als Kritikfähigkeit und Möglichkeitssinn, als Begehrensausdruck und Motivation für praktisches Handeln, befördern? Darüber wollen wir bei diesem Workshop/Vortrag mehr erfahren und uns mit Allen Interessierten beraten.

Zur Person: Dr. Alexander Neupert-Dop

pler studierte Politik, Geschichte und Philosophie in Osnabrück, wo er 2013 mit einer Arbeit zur Kritik des Staates ("Staatsfetischismus", 2013) promoviert wurde. 2015 erschien eine Fortsetzung zu utopischem Denken ("Utopie", 2015) in der theorie.org-Reihe. 2017 kommt beim Lüneburger Verlag zu Klampen eine Übersetzung von Vorlesungen des Philosophen Herbert Marcuse heraus ("Kapitalismus und Opposition", 2017), für nächstes Jahr ist ein Sammelband zum Thema "Konkrete Utopien 2018" geplant. Neupert-Doppler arbeitet als Bildungsreferent für die Sozialistische Jugend / Falken im Bezirksverband Hannover.


2. Einführung in die Kapitalismuskritik von Karl Marx

Workshop mit Julian Bierwirth

Der Kapitalismus ist ein Arschloch: er treibt Raubbau an der Natur, er zerstört unsere Körper, er beleidigt unseren Geschmack. Es ist kaum zu übersehen, dass er weder Spaß macht noch funktioniert. Doch wer das ändern will, muss verstehen, was Kapitalismus ist und wie er funktioniert.
Karl Marx ist der Klassiker, wenn es in der um eine Kritik der kapitalistischen Verhältnisse geht. In seinem 150 Jahre alten Werk „Das Kapital“ hat er versucht, eine systematische Analyse und Kritik des Kapitalismus zu formulieren. Dieser Workshop soll einen ersten Zugang zu diesem Werk bieten und einige grundlegende Kategorien erläutern. Im Anschluss daran wollen wir diskutieren, ob und inwieweit diese Kategorien uns helfen können, den Irrsinn um uns herum zu verstehen.

Der Workshop richtet sich an Einsteiger*innen. Vorkenntnisse sind nicht notwendig.


3. Sozialistischer Erziehung – Wie mit Erziehung und Bildung das System sprengen

4. Das Verhältnis von Kritischer Theorie und Praxis

Workshop mit Tyll Steckelmann

Die Linke ist gespalten nicht einmal, nicht zweimal, sondern gerade zerfällt sie (mal wieder) in einen Scherbenhaufen. Ein Dauerbrenner, spätestens nach 1945, ist dabei das Verhältnis von Theorie und Praxis, Erhalt und Transformation, Einrichtung oder Revolution. Ein Theoretiker, der dieses Feld spaltet, wie kein anderer ist Theodor W. Adorno. Für Antideutsche-Akademiker-Lesekreis-Linke dient er als Rechtfertigungsfigur einer (auf ewig) verstellten Praxis, die Bewegungslinke tut ihn gerne als arroganten Bürger im Elfenbeinturm ab.
Ausgehend von einem Thesenpapier der Genoss*innen aus Jena wollen wir diskutieren wie das Verhälntis von Theorie und Praxis zu bestimmen ist und was dieses für unsere politische Arbeit bedeutet.


5. Kritik der Degrowth Bewegung


6. Kritik gesellschaftlicher Privilegien

Für weitere Infos folgt auch: https://www.facebook.com/BildungskwerkstattKassel/

Und der Facebookveranstaltung: https://www.facebook.com/events/452650235076627/

Anmeldungen gehen an nordhessen[at]falken-hessen.de